100 Jahre Turnverein Langenargen

Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Verein zunehmend straffer organisiert. Verantwortlichkeiten innerhalb des Vereins wurden entsprechend delegiert. Die Reformen sollen zunehmende Mitgliederzahlen, weitere Trainingsgruppen und auch Abteilungen bewältigen helfen. Dringlich blieb dabei stets das Bemühen um neue, jüngere, ehrenamtliche Leitungskräfte. Die Jugendarbeit bleibt weiterhin Schwerpunkt der Vereinsarbeit. So wird bei der Suche nach sportlich begabten Kindern jährlich ein vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) gefördertes Trainings- und Kooperationsprogramm "Schule und Verein" durchgeführt.

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1998 beteiligte sich der Verein wieder an der "Kinderkarawane", 1999 an den "Ferienspielen" und an einem "Aktionstag Schule". Aber auch die "Altersturner", die nicht unbedingt Mitglieder im TV02 sein müssen, genießen Fürsorge. Versuche des Aufbaus neuer Trainingsgruppen hatten in letzter Zeit nur mäßigen Erfolg. Der Aufbau einer Hobby-Gruppe "Basketball" 1997 scheiterte noch im gleichen Jahr an den mangelnden Trainingsmöglichkeiten und verantwortlicher Leitung. 1998 wurden Kontakte geknüpft mit einer Kampfsportgruppe, die letztlich jedoch kein Interesse an einer Aufnahme in den Verein zeigte. Einzig hatte seit 1997 eine Aerobik-Gruppe Bestand. In der Öffentlichkeit setzt der Verein nicht nur Zeichen mit "Nikolaus-Nachmittag" oder "Buntem Abend". Er beteiligt sich auch am jährlichen "Grüntag" der Gemeinde mit der Pflege des offenen Geländes im Sportzentrum und richtet bei Nachfrage die Übungen zum allgemein erwerbbaren "Sportabzeichen" aus. Schließlich zeigt er sich an den gemeindlich traditionellen Veranstaltungen zu Fronleichnam und am Volkstrauertag mit Delegation und Fahne.
Der Erfolg der Vereinsarbeit nach außen zeigte sich u.a. in der Auszeichnung des Frauenturnens 1999 mit dem "Pluspunkt Gesundheit" durch den Deutschen Turnerbund und darin, dass seit 2001 zwei Turnräte des TV02 dem "Sportkreis" angehören. Seit Jahren bemüht sich der TV02 um Stützung seines Haushaltes. Hierzu zählen die Abhaltung spezieller Kurse für die interessierte Öffentlichkeit und die Beteiligung am WLSB-Kooperationsprogramm. Auch fließen "Feschtles"- Erlöse, z.B. aus dem jährlichen Uferfest oder der 100-Jahr-Würdigung der Kabelhängebrücke im Mai 1998, sowie Spenden und Zuschüsse seinem Budget zu. Doch stehen erhebliche Kosten aus dem laufenden Trainings- und Wettkampfbetrieb, für Geräte und Reparaturen, Ausgaben für die Hallenpflege und die Vereinsverwaltung gegenüber. Um dem Mangel an lizensierten Übungsleitern abzuhelfen und Anreize zur Ausbildung geeigneter Mitglieder zu geben, ist es heute geboten, ihren Aufwand bei den Aktionen des Vereins in zulässigem, bescheidenen Rahmen zu entschädigen. Die jährlichen Veranstaltungen für die Vereinsfamilien und Gäste sind ebenfalls kostenträchtig, und die dringliche Beschaffung eines neuen Kleinbusses für Fahrten zu Verbandsspielen und der Ausbau der kleinen Turnhalle 1998/1999 waren zusätzliche, schmerzhafte Positionen. Wegen zunehmender Ausgaben und allgemeiner Teuerung war nach längerer Phase der Stabilität eine Anhebung der Mitgliedsbeiträge ab 1997 unausweichlich geworden. Trotzdem verringerten sich die Rücklagen des Vereins wegen der steigenden Lasten und Verpflichtungen weiter. Auch musste das Uferfest 1999 mit seinen Einnahmen wegen extremen Hochwassers abgeschrieben werden.
Ende 1999 wurde die Gelegenheit wahrgenommen, ein Grundstück an der Lindauer Straße aus dem Besitz des Vereins an die Gemeinde zu veräußern. Es war 1974 als späterer "Einstand" des Vereins für ein dort gedachtes Sportzentrum mit Halle erstanden worden. Dessen Errichtung in Richtung Bierkeller erwies sich dann jedoch als sinnvoller. 2001 stimmten die Mitglieder auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im März einer erneuten Beitragsanhebung ab 2002 zu. Diese soll neben der allgemeinen Teuerung vor allem die künftige Beteiligung an den lfd. Kosten einer weiteren Sporthalle, aber auch die notwendig gewordenen Erhöhungen im Übungsleiterbereich, bei den Fahrtkosten und in der Verwaltung des Vereins auffangen. Auf der Hauptversammlung im Oktober wurde eine sozial verträgliche Staffelung der Beiträge beschlossen, die im Vergleich mit benachbarten Vereinen ähnlicher Größe nach wie vor "freundlich" und auf längere Zeit stabil bleiben sollen.
Außer der alten Turnhalle konnte bereits seit 1969 auch die Turn- und Festhalle der Grund- und Hauptschule einschließlich Bühne genutzt werden. Doch trotz ausgeklügelter Belegungspläne hatte die Expansion des Vereins mangels Hallenplatz und -zeit erneut zu Überbelegungen und Trainingsengpässen geführt. Dies wurde zwar auch von jeder Gemeindeverwaltung anerkannt, eine Lösung der Probleme schien aber nicht in Sicht. Nach gründlicher Planungsvorarbeit verbesserte man 1998 zunächst die Bedingungen in der kleinen Halle mit dem Anbau eines zusätzlichen Geräteraumes, der Installation einer modernen Temperaturregelung und einer Wärmeisolierung des Hallenbodens. Gemeinde, WLSB und der Verein als Bauleiter teilten sich in Kosten und tätige Mithilfe. Der Abschluss dieser Arbeiten im Jahre 1999 wurde mit einem kleinen Umtrunk unter den Verantwortlichen gewürdigt.
2000 konnte noch eine umfangreiche, gemeindefinanzierte Restaurierungen der Feuchträume vorgenommen werden. 2001 wurden der untere Umkleideraum und die Schränkeverteilung verbessert. Wegen der vom Handballverband Württemberg geforderten Spielfeldmaße ab Bezirksliga müssen die Handballer inzwischen zusätzlich auf auswärtige Hallen ausweichen. Auch teilen sie Hallenplätze in Kooperation mit dem TV Kressbronn. Die Volleyballer müssen weiterhin mit der nicht normgerechten Schulhalle Vorlieb nehmen. Tischtennisspieler versuchen, fehlendes Trainingspensum als Gäste bei anderen Vereinen aufzufüllen. Aber auch den übrigen Abteilungen bringt die Enge Nachteile. Noch 1999 betitelte eine namhafte Tageszeitung ihren Bericht über die TV02-Hauptversammlung mit "Neue Halle bleibt Zukunftsvision".
Doch liefen schon einschlägige Gedankenspiele der Gemeindeverwaltung. Im Februar war eine „Wunschliste“ von den Nutzern der Schulhalle erbeten worden, die bis Jahresende schließlich in einer Erhebung zur „Hallenerweiterung“ mit Prognosen zur Entwicklung des Bedarfs bis 2010 mündete. Ziel war die Schaffung einer normgerechten Sporthalle.
Aus verschiedenen Projektvorschlägen kristallisierte sich schließlich der Ausbau der bestehenden Tennishalle im Sportzentrum zu einer 3teiligen Normsporthalle heraus, die 2003 bezugsfertig sein soll. Die Zustimmung der Mitglieder zu Verpflichtungen des Vereins durch die Gemeinde, nämlich
- die Verwaltung der Halle durch den Verein,
- die Beteiligung des Vereins an den Betriebskosten,
- die Verantwortung für die Hausmeisteraufgaben und Verpachtung und Vermietung durch den Verein bei Nutzung des Gewinnes daraus, erfolgte auf der außerordentlichen Versammlung im März 2001. Der Erhalt der kleinen Turnhalle und die weiterlaufende Nutzung der Schulhalle wurden dabei zugestanden. Im Jahr 2002 müssen die Belegungspläne (gültig ab 2003) für nun 3 Hallen ausgearbeitet werden. Gegenwärtig befindet sich das Projekt in der Umbauvorbereitung.

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